VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Amphitryon 04

Amphitryon

Logo 125-Jahr-Jubiläum

Amphitryon

Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken

von Molière
Komödie in drei Akten
Deutsch von Nora Dirisamer
Rathke/Kudlich/Navas
Premiere: 1. Oktober 2014

Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken

Jupiter, den es immer wieder zu neuen galanten Abenteuern vom Olymp auf die Erde zieht, ist vom Reiz der schönen Alkmene verzaubert. Er nimmt die Gestalt ihres Ehemanns, des thebanischen Feldherrn Amphitryon, an, um sich eine Liebesnacht mit ihr zu erschleichen. Mit ihm reist Merkur, der sich in Amphitryons Diener Sosias verwandelt. Dies führt zu heillosen Verwirrungen: Die betrogene Ehefrau merkt nichts, der gehörnte Ehemann rast vor Eifersucht, Merkur macht Sosias die Existenz streitig und Sosias’ Angetraute Cleanthis erweist sich als so zänkisch, dass selbst ein Gott sie nicht besitzen möchte …

Nach der Charakterkomödie rund um den Menschenfeind Alceste und der Farce Der Arzt wider Willen wandte sich Molière 1668 diesem mythologischen Stoff zu: Die komische Fabel um die (be)trügerischen Doppelgänger im antiken Theben entnahm er dem Amphitruo des römischen Satirikers Plautus und der Bearbeitung des Stoffes durch Jean Rotrou (Les deux Sosies, 1636). Nur am Rande deutet sich die später von Kleist ins Zentrum gestellte Identitätsproblematik an, die die Komödie in die Nähe der Tragödie rückt. Molière indes legt den Akzent auf die so vergeblichen wie komischen Bemühungen Jupiters, als Liebhaber/Gott von Alkmene erotisch höher gewürdigt zu werden, denn als der Mensch und Ehemann Amphitryon, in dessen Haut er geschlüpft ist. Dem Publikum dürften die Anspielungen auf die zahlreichen außerehelichen Affären ihres Sonnenkönigs Ludwig XIV. nicht entgangen sein: Der beglückte so manche Ehefrau, was der betroffene Mann, der sich nicht rächen durfte, als besondere Auszeichnung zu verstehen hatte. Wie sagt Sosias: „Man schweigt am besten drüber.“ 

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Joachim Rathke
    Bühne: Hans Kudlich
    Kostüme: Erika Navas
    Dramaturgie: Hans Mrak 

  • Besetzung
    Jupiter Thomas Groß
    Merkur Rafael Schuchter
    Amphitryon Roman Schmelzer
    Alkmene Martina Stilp
    Sosias Matthias Mamedof
    Cleanthis Andrea Bröderbauer
    Die Nacht Andrea Bröderbauer
    Naucrates, gespielt von Merkur Rafael Schuchter
    Argatiphontidas, gespielt von Merkur Rafael Schuchter
    Pferde, MusikerInnen, SängerInnen, BühnenarbeiterInnen, BeleuchterInnen, Sonne, Mond und Sterne Ensemble
  • Pressestimmen

    „Molières „Amphitryon“ wird von Joachim Rathke leichtfüßig inszeniert. In diesem Doppelspiel kommt das Ensemble rasch zur Sache und reizt zum Lachen. Ein gelungener Saisonauftakt. Die niederen Rollen entscheiden über das Lachen bei Komödien, also hat Matthias Mamedof seinen Part bei der ersten Volkstheater-Premiere der Saison in den Bezirken hervorragend gemacht – das Publikum zeigte sich begeistert davon, wie er den Diener Sosias in Molières „Amphitryon“ anlegte. Er riss seine fünf Kolleginnen und Kollegen mit, der Dreiakter wurde mit Elan, perfiden Pointen und fast durchwegs perfektem Timing gespielt. Der Stoff stammt aus dem Mythos. Zeus steigt aus dem Olymp herab und beglückt die irdische Schönheit Alkmene in Gestalt von deren Gatten Amphitryon, unmittelbar bevor dieser von einem Feldzug heimkehrt, in dem er den Tod der acht Brüder seiner Frau gerächt hat. In seinen Diener Sosias hat sich Götterbote Hermes verwandelt. Er wacht darüber, dass niemand die lange Liebesnacht stört, in der Zeus mit Alkmene den Herakles zeugen wird. Ein kleiner, vergoldeter Theaterkarren steht auf der Vorstadtbühne in Meidling, im Halbrund gesäumt von glänzenden Vorhängen für schlagartige Auf- und Abgänge. Mehr bedarf's nicht an Bühne (Hans Kudlich), nur sehr viel Herz fürs Lustspiel. „L'Illustre Théâtre De M. Molière“ steht auf dem Wagen, aus dem die Darsteller winken, während sie vorgestellt werden. Thomas Groß ist ein fescher Jupiter, überragt vom Hünen Amphitryon (Roman Schmelzer). Dessen Gattin gibt Martina Stilp, Andrea Bröderbauer ihre mit Sosias verheiratete Dienerin Cleanthis. Die weiß mit Sarkasmus wie auch mit dem Akkordeon bei Chansons gut umzugehen. Und Rafael Schuchter spielt den Merkur. Er bittet sogleich die Nacht, ihren Wagen anzuhalten, damit Jupiter seine Schäferstunden verlängern kann. Mamedof hat von Anfang an die Lacher auf seiner Seite. Nora Dirisamers brave Übersetzung wird hier aktualisierend zugespitzt, das wirkt so wie der Slapstick belebend. Merkur prügelt den ankommenden Sosias fort, der Wagen öffnet sich, man sieht Jupiter samt Eroberung vom Sex erschöpft. Bereits in der Eröffnung zeigt Stilp als Alkmene in Ansätzen, wie nahe Liebe und Wahn beisammen sind. Sie steigert sich furios in diese Rolle hinein. Und die Männer? Werden komplex verstrickt in irre höfische Schaukämpfe. Die eigentlich Dummen sind nicht die Diener. Nein! Es sind die Helden und Götter. Nur ein Deus ex Machina kann das hohe Paar aus Theben vor endgültiger Entzweiung bewahren. Oder? Das „Ach“ der Alkmene, der bei der Prophezeiung, sie werde einen Göttersohn gebären, spontan der Bauch schwillt, klingt jedenfalls skeptisch, dieweil der Gesichtsausdruck des Gatten noch zwischen blödem Stolz und verwirrter Erniedrigung schwankt. Das Ensemble erwies sich zu Beginn der Tour durch die Bezirke in Hochform.“ (Die Presse)


    „Im Volkstheater hat man einen guten Draht zur antiken Götterwelt. Diese Vermutung drängt sich nach Joachim Rathkes bestens gelungener Inszenierung von Molières "Amphitryon" auf, mit der das Volkstheater in den Bezirken die Spielzeit eröffnete. Bei Molière geht es in seiner auf die Affären des Sonnenkönigs anspielenden Bearbeitung (1678) des Mythos freilich deftiger, aber keineswegs weniger tiefsinnig zu als in Kleists vielgedeutetem Schauspiel. Und Rathke verflicht Komödianterie und Klamauk mit der Verunsicherung von Menschen, die an ihrer Identität zu zweifeln beginnen. Französische Chansons sorgen für Stimmung, Anspielungen auf die Gegenwart für verständnisvolles Gelächter. Im ausgezeichnet geführten Ensemble gibt es keine Schwachstelle: Martina Stilp begeistert als Alkmene, Thomas Groß (Jupiter) und Roman Schmelzer (Amphitryon) sind überzeugende Doppelgänger, denen Matthias Mamedof (Sosias) und Rafael Schuchter (Merkur) um nichts nachstehen. Andrea Bröderbauer bewährt sich nicht nur als Ehefrau Sosias‘, sondern auch als Nacht und am Akkordeon. Eigentlich schade, dass diese Produktion nicht im Haupthaus auf dem Programm steht.“ (Wiener Zeitung)


    „Ein wilder Spaß mit Molière. Das Glück des Volkstheaters in seiner 125er-Jubiläumssaison hält an, und im Fall der ersten Premiere in den Bezirken verdankt man es dem Linzer Joachim Rathke. Wie gut, dass er Zeit für einen Ausflug nach Wien fand, um dem Volkstheater zu einer köstlichen Inszenierung von Molières „Amphitryon“ zu verhelfen. Rathke legte, mit allem Mut zur Aktualität, ohne dass er das Stück entstellen würde, zahlreiche Abgründe der Handlung frei: Irrungen und Wirrungen des menschlichen Herzens, Pirandelleske Fragen nach Wahrheit und Identität… Das gelingt mit einem exzellenten Ensemble. (…) Sie alle danken dem Regisseur, dass hier ein alter Molière so heutig, theatergerecht und vergnüglich auf das Publikum zukommt.“ (Neues Volksblatt)

  • Fotos
    • Amphitryon 01 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 02 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 03 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 04 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 05 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 06 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 07 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 08 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 09 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 10 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 11 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 12 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 13 © Lalo Jodlbauer
    • Amphitryon 14 © Lalo Jodlbauer

  • Video
    Volkstheater in den Bezirken - Amphitryon

    © Johannes Hammel

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