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Die sieben Todsünden_01

Die sieben Todsünden

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Die sieben Todsünden

Spielstätte: Haupthaus

Ballett mit Gesang von Kurt Weill
Text von Bertolt Brecht
Fassung für tiefe Frauenstimme
bearbeitet von Wilhelm Brückner-Rüggeberg
eine Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Wien
Schottenberg/Turković/Navas
Premiere: 10. Oktober 2014 

Spielstätte: Haupthaus

Neun Lieder

Musik von Kurt Weill
Texte von Bertolt Brecht, Roger Fernay, Maurice Magre, Ogden Nash

Die sieben Todsünden

Ballett mit Gesang von Kurt Weill
Text von Bertolt Brecht

Im Prolog erzählen die Lieder von Kurt Weill von der Liebe, der Lust, von echten und falschen Gefühlen, von Verlorenheit und Verlogenheit, von Zärtlichkeit und Sehnsucht. Gibt es die wahre Liebe? Oder gibt es nur die Ware Liebe? 

Die letzte Zusammenarbeit des Erfolgsduos Kurt Weill und Bertolt Brecht, Die sieben Todsünden, schildert die Odyssee von Anna, die von ihrer Familie in die großen Städte geschickt wird, um für den Bau eines Häuschens am Mississippi Geld zu verdienen. Sieben Stationen muss Anna durchwandern und ihre Haut zu Markte tragen. Die klassischen Todsünden Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid sind dabei die Versuchungen kurzfristiger Bedürfnisse, deren Befriedigung aufgeschoben werden muss zum Zwecke des Profits. Brecht und Weill bringen die Moral des modernen Marktes auf den Punkt: Sünden werden zu Tugenden, wo nichts mehr einen Wert hat, was keinen materiellen Wert hat.

Weills unverwechselbarer Songstil versüßt die bittere Moral. Jeder Nummer liegt die Adaption einer populären Musikform wie z.B. Walzer, Foxtrott, Shimmy, Dixieland oder Tarantella zugrunde. Psychologisch genau charakterisiert seine Musik die handelnden Figuren. Ein Männerquartett stellt die Familie dar, die Rolle der Mutter wird dabei von einem Bass gesungen. Bibelversähnliche Ermahnungen wie „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ und scheinheilige Kommentare wie „Der Herr erleuchte unsere Kinder …“ unterstreichen die Verlogenheit der Sippe. Zum Schluss hat Anna zwar das Ziel, das kleine Haus in Lousiana, erreicht, doch ob damit auch das Glück erkauft wurde? 

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Michael Schottenberg
    Musikalische Leitung: Milan Turković
    Kostüme: Erika Navas
    Dramaturgie: Doris Happl 

  • Besetzung
    Anna Maria Bill
       
    Die Familie Ivaylo Guberov, Martin Mairinger, Johannes Schwendinger, Wilhelm Spuller
         
    Am Flügel Michael Hornek/Andrew Hannan  
    Bandoneon/Akkordeon Milos Todorovski/Krzysztof Dobrek
       
      mit dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien

  • Pressestimmen

    „Maria Bill macht die »Sieben Todsünden« zum Triumph
    Sie schwebt weiß geschminkt auf die dunkle Bühne, im langen schwarzen Kleid, unter dem sich Kothurne verbergen, spielt mit der Boa aus weißem Tüll. Riesig prangt hinten auf dem Vorhang „WEILL“, oft dazu noch „BRECHT“. Michael Hornek schlägt den ersten Ton auf dem Flügel an. Die nächsten 75 Minuten auf der Bühne des Wiener Volkstheaters gehören Maria Bill, trotz mächtiger Begleitung der „Sieben Todsünden“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill durch das flotte Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter Milan Turković, trotz des kräftigen Männergesangs (Ivaylo Guberov, Martin Mairinger, Johannes Schwendinger und Wilhelm Spuller). Regisseur Michael Schottenberg hat in seiner abschließenden zehnten Saison als Direktor seine Exfrau in deren letzter Premiere raffiniert in den Mittelpunkt gestellt – so zerbrechlich und im Kern doch hart wirkt sie – nah und zugleich distanziert, voll Feuer und höllischer Kälte. Dieser kurze Abend ist ein Triumph für die Bill, die als eine kleine, strafende, begeisterte Prophetin andeutet, dass Brechts angriffslustiges Theater in der Gesellschaftskritik doch auch recht gehabt haben könnte. Der Weill-Abend beginnt sozusagen zur Einstimmung mit neun auf dem Klavier begleiteten Liedern. Die Diva gibt tief und voll Timbre nicht nur Hits aus Brechts „Dreigroschenoper“ zum Besten, wie „Die Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ oder „Die Zuhälterballade“, sondern auch amerikanische Songs (Ogden Nash) und französische (Maurice Magre, Roger Fernay), die Weill vertont hat. Maria Bill ist in ihrem Element – eine Perfektionistin, die das Gebotene mit kleinen Gesten unterstreicht. Wenn es in „Die Seeräuber-Jenny“ ans Morden geht und sie beim Köpfen „Hoppla!“ sagt, ist das an Sarkasmus kaum zu überbieten. Und schon ist man beim Thema der totalen Unterdrückung. Der Vorhang geht hoch, das Orchester setzt für die „Todsünden“ ein, die letzte Zusammenarbeit zweier Genies. Anna I und II (Geschäftsfrau und Künstlerin?) werden von ihrer Familie durch Großstädte der USA geschickt, damit sie ihr ein Häuschen am Mississippi verdienen. Stets kämpfen sie gegen Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid an, die unter gewissen Marktbedingungen zu Tugenden werden. Schrill legt Maria Bill diese schizophrene Rolle an. Unter der Robe steckt ein Hauskleid, darunter eine den Eros tötende Unterwäsche. Einmal dient ihr sogar ein Koffer als Gewand. Die Sängerin lotet diese Geisterbahnfahrt einer Ausgebeuteten in allen Höhen und Tiefen aus, sie zeigt uns die Fratzen moderner Perversion. Dahinter aber erahnt man ein zartes Mädchen, das weint. Die Premiere am Freitag endete mit lang anhaltendem, begeistertem Applaus.“ (Die Presse)


    Großer Abend für Bill. Maria Bill glänzt in der Doppelrolle in Brecht/Weills "Sieben Todsünden". Nun zeigt Michael Schottenberg im Volkstheater eine dem typischen Brecht-Stil vertrauende und dennoch recht eigenwillige Inszenierung mit Maria Bill, die souverän die vielfältigen Facetten ihres darstellerischen und musikalischen Könnens demonstriert. (…) Auch menschliche Beziehungen werden zur Ware, sodass die Grenze zwischen der "wahren" und einer nur als "Ware" gehandelten Liebe oszilliert. Um dies zu verdeutlichen, stellt Schottenberg den "Sieben Todsünden" neun Songs von Kurt Weill voran, darunter das Lied der Seeräuber-Jenny und die Ballade von der sexuellen Hörigkeit. Vor einem Prospekt, auf dem in Riesenlettern Kurt Weill und Bertolt Brecht geschrieben steht, erscheint Maria Bill, am Klavier von Michael Hornek begleitet, in einer schwarzen Abendrobe, eine weiße Rüschenboa wie einen Pierrot-Kragen um den Hals geschlungen (Kostüme: Erika Navas). In ihrer Interpretation kommt in den Brecht-Songs der Zynismus einer die Schattenseiten des Lebens kennenden Frau zum Ausdruck, andererseits aber auch eine - nur mit Selbstironie eingestandene - Sehnsucht nach Zusammengehörigkeit, die mehr bedeutet als sich nur einfach "hinlegen". Aber auch die pure Romantik in "Speak Low" (Text: Ogden Nash) wird mit einem Lächeln relativiert. Dass Maria Bill wie selbstverständlich von deutschen zu französischen und englischen Versionen der Texte wechselt, ist nicht nur künstlerisch beachtenswert, sondern erinnert auch an das Exil-Schicksal von Brecht und Weill. Nach dieser Einstimmung wird der Prospekt hochgezogen und gibt den Blick frei auf das von Milan Turković virtuos geleitete Orchester der Vereinigten Bühnen Wien. Hatte Brecht für sein Ballett-Szenarium eine singende und eine tanzende Akteurin vorgesehen, so verschmelzen die beiden Rollen in Schottenbergs Inszenierung zu einer Figur, deren musikalische, tänzerische und darstellerische Ausdrucksmöglichkeiten Maria Bill, oft mit rasantem Kostümwechsel vor Augen der Zuschauer, mit Intensität auslotet, beobachtet und kommentiert von einem köstlich agierenden, in schwarzen Anzügen einher trippelnden Familienchor. Am Ende gab es Ovationen für Maria Bill.“ (Wiener Zeitung)


    „Zum Abschied ein grandioses Solo der Maria Bill
    Die wahre und die Ware Liebe, Sehnsucht, Emotionalität und harte Landung sind der Inhalt jener Lieder von Kurt Weill, die Maria Bill in einem gut halbstündigen Parforceritt anfangs thematisiert. Dann hebt sich der Vorhang zur letzten Produktion dieser Künstlerin am Wiener Volkstheater. Auf der Bühne sitzt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien mit Milan Turković am Dirigentenpult und dann hebt eine bearbeitete Fassung von Kurt Weills "Die sieben Todsünden" an. Die schäbige Familienbagage verkörpert ein Männerquartett und Maria Bill brilliert in der Doppelrolle der beiden Schwestern, die bei der Pariser Uraufführung 1933 von Lotte Lenya und der Tänzerin Tilly Losch verkörpert wurden. Dieser Kunstgriff von Regisseur Michael Schottenberg war zwar gewagt, aber er ging auf. Wegen einer hervorragend disponierten Maria Bill, die mit ihrer markanten und wandlungsfähigen Stimme das Publikum zu Begeisterungstürmen hinriss.“ (Kleine Zeitung)


    „Zwirbelt sich Bill als Liedinterpretin im schwarzen Abendkleid peu à peu aus ihrem blumengleichen Erstlook heraus, so betreibt die knabenhafte Sängerschauspielerin danach mit ihrem mädchenhaften Kleid quasi sekündlich virtuose Verwandlungen. Den exzellent singenden Familienchor (Ivaylo Guberov, Martin Mairinger, Johannes Schwendinger, Wilhelm Spuller) inszeniert Schottenberg als Anzugroboter im Gothic-Look. Die Reaktion des Publikums auf Bills Performance gerät unstrittig freudvoll.“ (Der Standard)


    „Mit neun Liedern, (…), mit dem Begleiter Michael Hornek am Klavier eröffnete Maria Bill, im schwarzen Abendkleid und mit weißer Rüschenboa, ihren sehr persönlichen Auftritt, den sie mit ihrer erstaunlichen Kraft und Ausdauer bewältigt. Liebe, Leidenschaft und Laster sind also auch im Vorspann das Thema, nach Zwischenapplaus und kurzem Blackout spielen Sünden die Hauptrolle. Gemeinsam mit Michael Schottenberg als Regisseur hat sich die Bill ihren eigenen Brecht/Weill-Kosmos erobert: spielerisch, geplagt, hämisch, traurig… Musikalisch unterstützt wird sie bestens vom Orchester der Vereinigten Bühnen unter Leitung von Milan Turković und ihrer „Familie“, den stimmkräftigen Herren im Smoking: Ivaylo Guberov, Martin Mairinger, Johannes Schwendinger und Wilhelm Spuller. Jubel!“ (Kronen Zeitung)
     

  • Fotos
    • Die sieben Todsünden_01 © Christoph Sebastian
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  • Video
    Volkstheater Wien - Die sieben Todsünden

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