VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

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Volkstheater!

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Volkstheater!

Spielstätte: Haupthaus

Ein Ensemble-Abend
Österreichische Kurzstücke von Thomas Arzt, Wolfgang Bauer, Konrad Bayer, Thomas Bernhard, Gustav Ernst, Elfriede Gerstl, Peter Handke, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Julya Rabinowich, Volker Schmidt, Gerhild Steinbuch
inkl. Uraufführungen
Premiere: 12. Juni 2015
 

Spielstätte: Haupthaus

Die 158. Premiere in der Ära Michael Schottenberg bietet einen Rück- und Ausblick auf österreichisches „Volkstheater“ im besten Sinne mit einem Who’s Who der heimischen Literaturszene seit 1945. Gestalten werden diesen Ensembleabend Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter des Volkstheaters, die mit diesem Abschiedsprojekt die zehnjährige Intendanz mit einem szenischen Feuerwerk beschließen wollen.

Ein dezidiert österreichischer Abend, eine Reise durch die dramatische Literatur des Landes: selten gespielte Minidramen, Einakter und Kurzstücke, Szenen und Skizzen von Wolfgang Bauer bis Ernst Jandl, von Thomas Bernhard bis Elfriede Gerstl.

Zudem haben wir österreichische DramatikerInnen um neue Kurz- und Kürzeststücke gebeten, die das vorhandene Repertoire erweitern, kommentieren, ergänzen – und so wird dieser Abend auch Uraufführungen von Thomas Arzt, Julya Rabinowich, Volker Schmidt und Gerhild Steinbuch beinhalten.

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Babett Arens, Thomas Bauer, Patrick O. Beck, Susanne Egger, Philipp Ehmann, Rainer Frieb, Andy Hallwaxx, Doris Happl, Philip Jenkins, Thomas Kamper, Anselm Lipgens, Claudia Sabitzer, Michael Schachermaier

  • Besetzung

    mit Inge Altenburger, Babett Arens, Pippa Galli, Suse Lichtenberger, Johanna Mertinz, Claudia Sabitzer, Alexandra Maria Timmel, Doris Weiner;
    Thomas Bauer, Patrick O. Beck, Haymon Maria Buttinger, Till Firit, Günter Franzmeier, Rainer Frieb, Tany Gabriel, Thomas Kamper, Ronald Kuste, Matthias Mamedof, Jan Sabo, Günther Wiederschwinger
     

  • Pressestimmen

    „Ein Ensemble-Abend anlässlich des nahen Endes der Ära Schottenberg begeistert mit Minidramen. Die zierliche Elfriede Gerstl (1932–2009) mit ihrer Vorliebe für Hüte, die Nachtschwärmern von früher als Wandererin durch die Innenstadt ein Begriff ist, hat „in der stehbar ,quickie‘“ Gäste belauscht. Köstlich. Das Publikum durfte Freitagabend auf der Volkstheater-Bühne Platz nehmen und ein Dutzend Texte österreichischer Autoren erleben. Der Blick in den Zuschauerraum, auf roten Samt und das Deckengemälde, erwies sich als schlichtweg atemberaubend. Es beginnt mit dem beißenden Prolog „die begabten zuschauer“, in dem sich Konrad Bayer (1932–1964) über Zuseher lustig machte, die sich nicht für die Kunst, nur für das Aussehen der Schauspielerinnen interessieren: „die schönheit kann man wohl sehen, aber den verstand nicht.“ Wolfgang Bauer (1941–2005) schrieb auf Nestroys Spuren eine Wagner-Parodie, die in einer Bucht in Hongkong spielt. Hitler, der Wagner verehrte, tritt auf, ferner „10.000 Apachen, Komanchen, Sioux und eine chinesische Schlagwerkerin“. Alles imaginiert. „Franz und Maria“ von Gustav Ernst ist eines seiner galligen Beziehungsstücke: Ein Mann spricht eine Frau im Café an, in Flashs wird ihr gemeinsames Leben beleuchtet und dann wieder zurückgespult bis zum überraschenden Schlussakkord. Peter Handkes amüsanter Sketch „Zugauskunft“ handelt vom umständlichen öffentlichen Verkehr: „Ich möchte nach Stock“, wispert eine Frau (Doris Weiner) und bekommt eine ellenlange Auskunft, kafkaesk serviert von Ronald Kuste, der dabei auf und ab schwebt. Auch das Publikum rotiert auf der Drehbühne. Elfriede Jelinek führt in den Wald von Shakespeares „Macbeth“. Julya Rabinowichs „Seele von einem Menschen“ über eine Frau, die sich immer dem Mann unterordnete, ähnelt Jelinek – auch Gerhild Steinbuchs „Geschichten vom Kind“ über eine Ballettmutter. Hinreißend ist noch immer „A Doda“ aus Thomas Bernhards „Der deutsche Mittagstisch“, zwei Frauen entsetzen sich in breitem Dialekt über den vermeintlichen Fund einer Leiche. Thomas Arzts „Vorsprechen für die Zukunft“ öffnet Abgründe. Den krönenden Schluss bildet „neustiftgasse 1“ von Volker Schmidt: Ein Paar will das Volkstheater kaufen, der Makler preist seine First-Class-Immobilie an, aus der die Schauspieler mit Gewalt entfernt wurden. „Fantastisch“, wenn auch ein wenig verlottert findet der Mann das Domizil nahe dem Stadtzentrum, die Frau vermisst eine Badewanne. Mehrere Regisseure haben inszeniert. Von den Schauspielern erfreuen besonders Babett Arens, Claudia Sabitzer, Suse Lichtenberger, Matthias Mamedof, Till Firit, Günter Franzmeier. Der experimentelle Umgang mit Sprache, ihr Biegen und Brechen, das kabarettreife Zwingen und Bezwingen der Worte und Worthülsen verbindet die älteren mit den neuen Autoren, aber die neueren wirken naturgemäß weniger vertraut als der „Schmäh“ der älteren. Ein Sonderlob verdient die Komposition dieses kurzweiligen Abends: Man kann ohne gedrechselte Texte im TV-Stil, Internet, „Well made“-Rezepte am Puls des Zeitgeists sein; auch die beliebten bunten Abende könnte man innovativer gestalten. Speziell der umtriebige Volker Schmidt würde die Aufmerksamkeit der künftigen Leitung verdienen.“ (Die Presse)


    „Michael Schottenberg dreht am Ende seiner Intendanz noch einmal alles um. Beim einmaligen Ensembleabend mit dem Titel „Volkstheater!" tauschte das Publikum mit den Schauspielern die Plätze. Unter dem mit Seilen und Scheinwerfern verhängten Schnürboden kamen die Zuschauer auf Tribünen zu sitzen und blickten dort auf die in den Jahren des Abonnementdaseins womöglich zu wenig geschätzte, schnörkelige Pracht des Theatersaals mit seinen vieldiskutierten 970 Sitzplätzen. Das Volkstheater ist die zweitgrößte Sprechtheaterbühne der Stadt. Bevor im Herbst Anna Badora die Intendanz übernimmt, sagten nun die Schauspieler Adieu. Neben Kleinoden wie Wolfgang Bauers Mikrodrama „Richard Wagner", Konrad Bayers „die begabten zuschauer" oder Elfriede Jelineks „Der Wald" kamen vier Auftragswerke an österreichische Autoren zur Uraufführungen, darunter Julya Rabinowichs „Seele von einem Menschen", Gerhild Steinbuchs „Geschichten vom Kind", Thomas Artzts „Vorsprechen für die Zukunft" und Volker Schmidts „neustiftgasse 1". Dabei beförderte die Drehbühne das darauf sitzende Publikum in Richtung der jeweils wechselnden Schauplätze. Wenig verwunderlich ist, dass in diesem Eindreiviertelstunden-Reigen ausgerechnet ein "Volksstück" am besten glückte. Philip Jenkins inszenierte Gustav Ernsts Franz und Maria auf der Hinterbühne. Es erzählt in 15 Bildern von den kurzen Höhen und langen Tiefen einer lebenslangen Ehe. In wenigen Sätze springen Suse Lichtenberger und Matthias Mamedof durch die Jahrzehnte. Jenkins aber hat sich noch etwas überlegt: Er lässt den Lebenskreis mit demselben Text auch zurückspielen zum Ausgangspunkt der einst hoffnungsfrohen Anmache. Ein irrer Moment.“ (Der Standard)


    „Österreichische Kurzstücke von Klassikern wie Wolfgang Bauer bis zu Uraufführungen von jungen Autoren wie Gerhild Steinbruch. Eine schöne Idee zum Abschluss der zehnjährigen Ära Schottenberg. Gelungen war die Anfangsüberraschung: Die Besucher wurden nicht in den Zuschauerraum, sondern hinter die Bühne geführt, wo sie auf der Drehbühne Platz nahmen. Ein, zwei Mal verschwinden Ensemblemitglieder mit dem Bühnenaufzug in die Tiefe – etwa im schlauen Kurzstück "Versprechen für die Zukunft" von Thomas Arzt. Und in Peter Handkes wahnwitzigem Minidrama "Zugauskunft" darf der wunderbare Ronald Kuste als vom Fahrplan Besessener An- und Abreisezeiten herunterrattern und dabei in einen Lastenaufzug steigen. Am Schluss wird’s, augenzwinkernd, politisch: In Volker Schmidts pfiffigem Stück "neustiftgasse 1" wird das Volkstheater verhökert. Günter Franzmeier erklärt als schleimiger Immobilienmakler einem jungen Käuferpaar (sehr sympathisch: Suse Lichtenberger), dass sich hier leicht eine Badewanne einbauen lasse und der Stern auf dem Dach selbstverständlich abmontiert werde. Das Paar kann’s gar nicht glauben, dass "das hier einmal ein Theater war". Der Besitzer, heißt es, habe eben nicht investieren wollen.“ (Kurier)


    Komisch bis kurios das Potpourri österreichischer Minidramen beim großen Kehraus "Volkstheater!" Die Zuschauer sitzen auf der Bühne. m Minidrama erfand sich die junge literarische Szene der sechziger, siebziger Jahre ein Kopftheater fern aller Chancen im professionellen Betrieb. Paradoxe Situationen, Zustandskritik, ausgespielt mit nichts als Sprache. Konrad Bayer verhöhnte in "Begabte Zuschauer" die bourgeoisen Logengaffer. Einen mimt Rainer Frieb, den hoffentlich ein große Bühne aufnimmt. Thomas Bernhard ("A Doda") ließ im Oberbayrischen Herrin und Magd über eine Rolle Hakenkreuz-Plakate stolpern. Auch Peter Handke wanderte auf Karl Valentins Spuren. Seine "Zugauskunft" (1967) verliert sich im köstlichen Nonsens. Ronald Kuste glänzt noch einmal als enervierender Eisenbahner. Herrlich schleißige Damenkonversation hinterließ die 2009 verstorbene Elfriede Gerstl in ihrer "Stehbar Quickie". Bauers "Richard Wagner" ist kein Singspiel, sondern ein exotisch bunter Bildercomic als Spott auf die Wagnerianer. Philip Jenkins setzt Gustav Ernsts "Franz und Maria" (Matthias Mamedof, Suse Lichtenberger) als Regisseur eins drauf: Die proletarische Ehegeschichte in 15 Bildern noch einmal im Rückwärtslauf. Viermal Minidrama neu. Gerhild Steinbuch ("Geschichten vom Kind") unterlegt mit Patrick O. Becks exzellenter Bild-und-Ton-Hilfe dem Stolz einer Ballettmutter das stumme Leid des Töchterchens (Haymon Maria Buttinger zum Abschied im Tülltutu). Thomas Arzt nutzte den Auftrag zur pathostriefenden Suada über die Notwendigkeit des Theaters ("Vorsprechen für die Zukunft"), Volker Schmidt ("Neustiftgasse 1") für eine satirische Horrorvision.“ (Wiener Zeitung)
     

  • Fotos
    • Volkstheater_01 © Lalo Jodlbauer
    • Volkstheater_02 © Lalo Jodlbauer
    • Volkstheater_03 © Lalo Jodlbauer
    • Volkstheater_04 © Lalo Jodlbauer
    • Volkstheater_05 © Lalo Jodlbauer
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