VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Glorious! 13

Glorious!

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Glorious!

Spielstätte: Haupthaus

von Peter Quilter
Deutsch von Horst Johanning
Österreichische Erstaufführung
Schottenberg/Kudlich/Navas/Schatz
Premiere: 29. September 2013

Spielstätte: Haupthaus

Schon zu Lebzeiten eilte ihr der Ruf voraus, die schlechteste Sängerin der Welt zu sein: Florence Foster Jenkins, schillernde Persönlichkeit des New Yorker Gesellschafts- und Künstlerlebens der 1920er- bis 40er-Jahre. Die reiche Erbin erfüllte sich in reiferem Alter ihren Lebenstraum von einer Gesangskarriere. Mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein trat sie bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und Konzerten vor ihr Publikum, Kritik und Zweifel fochten diese exzentrische und willensstarke Frau nicht an. Dabei war ihre Gesangsdarbietung – gelinde gesagt – abenteuerlich. Mit Intonation und Rhythmus nahm sie es nicht besonders genau, mit traumwandlerischer Sicherheit schrammte sie an vielen Noten des klassischen Liedguts vorbei. Zu hören ist dies heute noch durch eine Handvoll Tonaufnahmen. Bei der berühmten Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte oder bei der „Glöckchenarie“ aus Delibes’ Lakmé ist auch die stoische Ruhe ihres Begleitpianisten Cosme McMoon zu bewundern, der ihr durch alle Unwägbarkeiten geduldig folgt.
Florences Auftritte wurden zu einer Art Geheimtipp, hatten Kultstatus in Philadelphia und später in New York, wo sie einmal pro Jahr im Ritz-Carlton-Hotel vor ausgewähltem Publikum in extravaganter Aufmachung erschien. 1944 kam es zu ihrem legendären Konzert in der Carnegie Hall, das in kürzester Zeit bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Das Publikum liebte sie aus einer Mischung von Rührung und Belustigung. Florence sang mit einer unerschütterlichen Begeisterung und ihr Glücksgefühl übertrug sich auf ihre Zuhörer.
Das Stück des renommierten englischen Dramatikers Peter Quilter ist eine Hommage an diese unglaubliche Frau und wurde bei seiner Uraufführung 2005 am Londoner Westend zu einem großen Erfolg. Ein kluger und umwerfend komischer Abend, der zeigt, wie man seinen Traum gegen alle Widerstände lebt. „People may say I can’t sing, but no one can ever say I didn’t sing.“ („Die Leute könnten behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“) Dieser Satz von Florence Foster Jenkins ist auch auf ihrem Grabstein zu lesen. 

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Michael Schottenberg
    Bühne: Hans Kudlich
    Kostüme: Erika Navas
    Musikalische Leitung: Benjamin Schatz
    Dramaturgie: Doris Happl 

  • Besetzung
    Florence Foster Jenkins Maria Bill
    Cosmé McMoon Till Firit
    St. Clair Bayfield Ronald Kuste
    Dorothy Inge Maux
    Maria Judith Aguilar
    Mrs. Verindah-Gedge Johanna Mertinz
    Ricky Pepita/Suri
    Stimme des Radiosprechers Alexander Lhotzky
       
    Statisterie Katja Hawliczek, Monika Gsell, Elisabeth Klotzberg, Johanna Orthofer, Manuela Rosenbichler, Sonja Sommer, Anna Wexberg-Kubesch, Leopold Böhm, Andreas Brixler, Peter Rothkappel
    (Neli Slavova, Erich Gratzl)


     

  • Pressestimmen

    „Geerbtes Geld, gelebter Eigensinn, geliebter Sologesang. Die Amerikanerin Florence Foster Jenkins schwindelte sich unter dem Label "Die schlechteste Sängerin aller Zeiten" in die Musikgeschichte. Für ihre Soireen mietete sie Säle im Ritz. Mit 76, einen Monat vor ihrem Tod, füllte sie die Carnegie Hall. Egomanisch taumelte sie über die Kluft von Wollen und Können. So unbremsbar ihre Selbstverwirklichung, so verlässlich folgten Hohn und Spott. Die Stimme saß nicht richtig in der Kehle, aber fest im Herzen. Musik, Musik! Authentisch, aber regelwidrig. Weil manch einer dieses Dilemma kennt, blieb diese komische Tragödin des Falschgesangs beinahe weltweit lebendig.  Das Volkstheater wählte Peter Quilters Fassung "Glorious!" für Maria Bill. Dieser stimmsichere und verwandlungsfähige Stern im Haus erntet - in dieser Wucht  selten gehörten - Szenenapplaus. Im altspanischen rot-schwarzen Donnakostüm mit Rüschen und Spitzen, auf X-large ausgestopft, zieht sie zu "Carmen"-Gedonner in die mit weißen Straußenfedern ausstaffierte Ballkulisse ein. Zum Lied "Clavelitos" von Joaquín Valverde streut sie ihren handverlesenen Zuhörerinnen aus noblen Frauenvereinen rote Nelken (clavelitos) wie vor dem Rathaus am 1. Mai. Auf das Concert-Hall-Podium gleitet sie aus Rauch und Nebel mit angeschnallten Engelsflügeln. Eine wunderschön krächzende Königin der Nacht. Hans Kudlich (Bühne) und Erika Navas (Kostüme) harmonieren auf das Schönste in der Ausstattung teurer New Yorker Damen und Salons. Till Firit, als schüchterner junger Klavierbegleiter, stemmt sich lange mit Anmut und Kraft gegen die Versuchung von Reich und Semiberühmt.  Wie wenn sich im verhangenen Himmel ein Sonnenloch öffnet, gelingt Schottenberg in der Kulisse eines Tonstudios ein unheimlich ruhiges Bild wie von Edward Hopper gemalt: Zwei Männer hinter einem Glasfenster, wohl Tontechniker, warten bewegungslos auf den Start der Aufnahme.“ (Wiener Zeitung)
    „… Das macht Florence Foster Jenkins zur großen Vorfahrin aller Talentlosen, die eine große Sehnsucht in sich tragen, deren Engelsgesang aber (fast) nur als Krächzen nach außen dringt. Im Jahr 1944, einen Monat vor ihrem Tod, feierte sie ihren größten und letzten Triumph in der New Yorker Carnegie Hall. Sie war 76 Jahre alt, trat mit Engelsflügeln auf und soll am Ende so beklatscht und bejohlt worden sein wie kaum ein Künstler vor ihr an diesem Ort. Auf dem Grabstein steht ihr Ausspruch: „Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“ Peter Quilters 2005 uraufgeführtes Stück „Glorious“ lief lange in London, seitdem u.a. in Nordamerika, Kanada, Prag, Warschau und Deutschland, jetzt auch in Wien. Viel Beifall gab es dort im Volkstheater am Sonntag vor allem für Maria Bill als Florence, aber auch den Rest des Ensembles und den für Regieverantwortlichen, Volkstheaterdirektor Michael Schottenberg. Gezeigt wird, wie der junge Pianist Cosmé McMoon (solide gespielt von Till Firit) zum ersten Mal in den Genuss von Florences Gesangsdarbietung gelangt und trotz beträchtlichen Entsetzens schließlich einwilligt, sie um fürstlichen Lohn künftig auf dem Klavier zu begleiten. Man sieht, wie ihr als lächerlich gschaftiger, aber aufrichtig liebender Schürzenjäger gezeigter Ehemann, der Schauspieler St. Clair Bayfield (Ronald Kuste) sowie eine stets mit Schoßhündchen ausgestattete Freundin (Inge Maux) die Sängerin treu und aufrichtig begeistert durch alle Höhen und Tiefen der Publikumsgunst begleiten. „Glorious“ endet mit Florences größtem und letztem Triumph, dem Auftritt in der Carnegie Hall.“ (Die Presse)
    „Reich, schrill, schräg! – Riesenerfolg für Direktor Michael Schottenberg und seine bravourös witzige Inszenierung der amerikanischen Komödie „Glorious!“ von Peter Quilter. Maria Bill, hinreißende Interpretin der Lieder Edith Piafs und Jacques Brels, spielt diese Diva der Lächerlichkeit und macht ihr kleines Glück und ihr Faible für Kunst spürbar. Die Bill spielt dieses Leben voller Illusionen in der verkitschten Wohnung und in teuren Hotels mit Phantasie und beeindruckender Einfühlung.“ (Kronen Zeitung)
    „In "Glorious!" aus der Feder des englischen Dramatikers Peter Quilter darf die große Bill unter der Regie von Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg großartig falsch singen. Gelacht wurde zuweilen viel. „Glorious!" beginnt mit dem ersten Treffen zwischen der bereits zur schillernden New Yorker Persönlichkeit aufgestiegenen Jenkins mit dem skeptischen, sie künftig begleitenden Pianisten Cosme McMoon (charmant: Till Firit) und endet ein Monat vor ihrem Tod mit dem legendären Auftritt im Alter von 76 Jahren in der berühmten Carnegie Hall 1944. Mit viel Liebe und Absurdität gemacht: Vor einer detailverliebten Kulisse vom extravaganten Salon über das triste amerikanische Tonstudio bis zum opulent dekorierten Ballsaal gibt Maria Bill die Jenkins in extravaganten Kostümen als skurrile, von Häme aber nicht unberührte Dame, die den theatralischen Auftritt und das Rampenlicht sucht. Stellt die Schauspielerin und Sängerin mit Schweizer Wurzeln sonst ihr Können bei Liederabenden mit Chansons von Edith Piaf oder Jacques Brel unter Beweis, krächzt und quietscht sie nun auf der Bühne, lässt Opernarien wie Gejaule und Valverdes spanischsprachiges "Clavelitos" wie Fantasiegeschwurbel klingen, verzieht ihr Gesicht göttlich beim Ansatz hoher Töne, gestikuliert dramatisch und freut sich überbordend. Auch als talentierte Musikerin gekonnt falsch zu singen, muss erstmal gelernt sein.“ (heute.at)
     

  • Fotos
    • Glorious! 01 © Lalo Jodlbauer
    • Glorious! 02 © Lalo Jodlbauer
    • Glorious! 03 © Lalo Jodlbauer
    • Glorious! 04 © Lalo Jodlbauer
    • Glorious! 05 © Lalo Jodlbauer
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    • Glorious! 25 © Lalo Jodlbauer

  • Video
    Volkstheater Wien - Glorious!

    © Johannes Hammel

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