VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Supergute Tage_05

Supergute Tage

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Supergute Tage

Spielstätte: Haupthaus

oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

(The Curious Incident of the Dog in the Night-Time)
nach dem Roman von Mark Haddon, Bühnenfassung von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Österreichische Erstaufführung
Kaschig / Böhler / Kroschinske / Vethake / Eggert / Knab
Premiere: 13. Juni 2014

Spielstätte: Haupthaus

Wellington ist tot. Er liegt auf dem Rasen, eine Mistgabel ragt aus seinem Körper. Wellington ist der Nachbarshund und ausgerechnet Christopher findet seine Leiche, sieben Minuten nach Mitternacht. Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er mag Puzzles und Polizisten, aber nicht die Farben Gelb und Braun. Rot hingegen liebt er, und ein superguter Tag ist für ihn, wenn der Schulbus an fünf hintereinander geparkten roten Autos vorbeifährt. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet am Asperger-Syndrom, einer leichten Form von Autismus. Komplizierte menschliche Gefühle und Stimmungen kann er nicht verstehen, aber in Mathematik ist er nahezu genial. Darum ist die kommende Prüfung auch so wichtig, da sie ihm den Weg zu einem Studium ebnen soll. Und nun das! Gegen den Willen seines Vaters, der ihn seit zwei Jahren allein erzieht, beginnt Christoper mit Nachforschungen über den Hundemord; Vorbild ist ihm dabei die glasklare Logik von Sherlock Holmes. Bei den Recherchen trifft der Junge Menschen, mit denen er noch nie gesprochen hat, obwohl sie in seiner Straße wohnen. Und er entdeckt einen Stapel Briefe, die seine Mutter an ihn geschrieben hat, alle datiert nach ihrem angeblichen Tod. Seine Ermittlungen werden zu einem Abenteuer, das ihn aus seiner vertrauten Umgebung in einer atemberaubenden Irrfahrt bis nach London führt …
Durch seine akribischen Aufzeichnungen sehen wir unsere scheinbar so geordnete Welt mit Christophers Augen. Und das ist mitreißend, witzig und zutiefst berührend. Mark Haddons Roman Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone wurde 2003 ein internationaler Bestseller. Für das Londoner National Theatre hat Simon Stephens, einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker, 2012 Haddons Stoff für die Bühne bearbeitet. „Stephens’ packende, emotionale und theatralisch wirkungsvolle Bearbeitung ist ein Triumph … Die Ökonomie seines Textes lässt dem Zuschauer viel Raum für die eigene Vorstellungskraft und vermeidet gekonnt vorschnelle Erklärungen.“ (Variety)
 

Mit freundlicher Unterstützung der BAWAG P.S.K.

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Matthias Kaschig
    Bühne: Michael Böhler
    Kostüme: Nina Kroschinske
    Musik: Tobias Vethake
    Video: Francis Eggert, Vera Knab
    Dramaturgie: Doris Happl 

  • Besetzung
    Christopher Boone Matthias Mamedof
    Siobhan Annette Isabella Holzmann
    Ed Patrick O. Beck
    Judy Martina Stilp
    Mrs Shears/Mrs Alexander/Nr. 44/Mrs Gascoyne/Frau am Schalter/Londoner Polizistin/Eine Frau in Hampstead Heath Claudia Sabitzer
    Roger Shears/Polizist 1/Diensthabender Sergeant/Reverend Peters/Mr Thompson/Mr Wise/Rhodri/Onkel Terry/Bahnpolizist/Golden Retriever Thomas Bauer

  • Pressestimmen

    „Matthias Mamedof brilliert in "Supergute Tage" von Simon Stephens am Volkstheater.  Tot ist er, der Hund der Nachbarin, Wellington. Ermordet. Ein klarer Fall für Superhirn Sherlock Holmes. In diesem Fall für Christopher Boone. Ein Junge, der alle Primzahlen kennt, der ein mathematisches Genie und im Tetris-Spiel wohl unschlagbar ist. Der aber mit Menschen und mit Nähe gar nicht umgehen kann: Christopher ist Autist, leidet unter dem sogenannten Asperger-Syndrom – eine Unterform der Krankheit, bei der die Betroffenen eine andere Art der Wahrnehmung haben. Egal. Denn das Volkstheater mobilisiert alle verfügbaren Kräfte und hat damit Erfolg. Ein tolles, aus verschiebbaren "Tetris-Steinen" bestehendes Einheitsbühnenbild (Michael Böhler), eine kluge, aus jedem Kitsch-Topf bewusst heraustretende, kühle Inszenierung (Matthias Kaschig) und  fabelhafte Darsteller verleihen Christophers Schicksal viel Kraft. Das liegt vor allem an Matthias Mamedof, der seinen Christopher als Mischung aus Albert Einstein und Pumuckl anlegt. Toll, wie Mamedof alle Angstzustände des Buben offenlegt, wie er (fein zurückgenommen) trotz aller Klischee-Fallen diesen Autisten zum Sympathieträger macht. Ebenso wunderbar gezeichnet (ein Dank an die Regie) sind alle "Nebenfiguren". Etwa Martina Stilp als Christophers offiziell tote Mutter, die in ihren Szenen ein ganzes Frauen-Schicksal subtil mitschwingen lässt. Oder Patrick O. Beck, der als Vater einen typisch britischen, mitfühlenden "Working-Class-Hero" gibt. Als Christophers Therapeutin hat Annette Isabella Holzmann starke Momente; Thomas Bauer macht auch als Hund (!) eine gute Figur. Und Claudia Sabitzer outriert sich gekonnt durch Schreckschrauben-Rollen. Jubel.“ (Kurier)


    Spannendes zum Saisonschluss: Matthias Kaschig inszenierte »Die sonderbare Welt des Christopher Boone«. Das Buch des Briten Mark Haddon lehnt sich an englische Krimis an, ein Hauch von Mystery durchweht die Geschichte, nur der Nebel fehlt. Erfolgsdramatiker Simon Stephens hat die Story quasi ausgenüchtert und zu einem Sozialdrama gemacht, darin hat er Erfahrung; man erinnere sich an Stücke wie „Punk Rock“, Blutbad unter Teenies, oder „Harper Regan“, eine Frau reißt aus. Stephens hat „Supergute Tage“ aber keineswegs entseelt. Regisseur Matthias Kaschig sorgt für die passende geisterhafte und entgeisterte Atmosphäre. Das Asset des Buches ist, dass es die Welt so schildert, wie Christopher sie erlebt. Kaschig ist es mit seinen Ausstattern (Video: Francis Eggert, Vera Knab, Bühne: Michael Böhler, Kostüme: Nina Kroschinske) gelungen, diese subjektive Wahrnehmung ins Optische zu übersetzen. Kompakt, bildstark. Matthias Mamedof spielt diesen Jungen – und dieser Schauspieler, der schon öfter in Komödien brillierte, hat die Persönlichkeit Christophers penibel studiert; ein sanfter, aber störrischer Rebell ist hier zu erleben, der unbeirrbar seinen Weg geht, auch wenn er zwischendurch aufgrund der Reizüberflutung, die ihm die Welt beschert, fast zusammenbricht. Mamedof ist großartig, aber auch die anderen Schauspieler überzeugen. Etwa Martina Stilp als in den Sohn verliebte, aber auch egoistische Mama, die, überfordert mit dem unberechenbaren Jungen, ihren Mann für den Nachbarn verlässt. Der Vater (Patrick O. Beck), ein Installateur, bleibt allein mit Christopher zurück, den er einerseits überbehütet, andererseits allein lässt, weil er zu viel Arbeit hat. Thomas Bauer spielt gleich zehn Rollen. Er gibt etwa einen misstrauischen Polizisten, einen Geistlichen – und einen Golden Retriever: Wau! Wow! Claudia Sabitzer spielt u. a. die Nachbarinnen, etwa die sympathische, mit einer Engelsgeduld ausgestattete Mrs. Alexander, die freilich mit ihrer Tratschsucht Christopher Unerwartetes enthüllt. Annette Isabella Holzmann als Lehrerin Siobhan ist Christophers einzige wirkliche Freundin, die ihm seine Welt so erklärt, dass er sie verstehen kann. Alles in allem: Diese konzis komponierte Aufführung ist höchst sehenswert.“ (Die Presse)


    „Simon Stephens hat den bei Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen erfolgreichen Roman seines englischen Landsmanns Mark Haddon für die Bühne adaptiert. Die von Matthias Kaschig inszenierte österreichische Erstaufführung durfte sich bei ihrer Premiere eines ähnlich großen Zuspruchs erfreuen. Erzählt wird vordergründig eine Kriminalgeschichte. Der Nachbarshund wurde ermordet - die Tatwaffe, eine Mistgabel, ist das einzige Requisit auf der Bühne - und Christopher möchte den Fall in bester Sherlock-Holmes-Manier lösen. Tatsächlich gerät der Fall jedoch bald in den Hintergrund, wird Katalysator einer Entdeckungsreise, die Christopher weit über den heimischen Vorstadtgarten hinausführt. Während die Bühne (Michael Böhler) durch das Herausbrechen von Tetris-Blöcken an Kontur gewinnt, erschließt sich auch dem jugendlichen Protagonisten die Welt ein wenig mehr. Er entdeckt das Geheimnis hinter dem vermeintlichen Tod seiner Mutter, fährt allein bis ins wilde London und stellt schließlich, auf seine Leistungen stolz zurückblickend, fest, dass er eigentlich alles kann. Der von Matthias Mamedof großartig verkörperte Bub steht zwar stets im Zentrum von "Supergute Tage", sein nächstes Umfeld und dessen Umgang mit Christophers Verhalten ist aber nicht weniger wichtig: der sich aufopfernde Workingclass-Dad (Patrick O. Beck), der auch mal einen gepflegten Auszucker kriegt, die an den Bedürfnissen ihres Sohnes verzweifelnde Mutter (Martina Stilp) oder Christophers Mentorin Siobhan (Annette Isabella Holzmann), die dessen niedergeschriebene Erlebnisse vorliest und als Theaterstück zu inszenieren versucht. Claudia Sabitzer und Thomas Bauer übernehmen in diesem alle weiteren Rollen, die von der tratschenden Nachbarin bis zu einem Golden Retriever reichen. Es ist ein grundsympathisches Stück, mit einigen putzigen Einfällen und großflächigen Videoprojektionen (Francis Eggert, Vera Knab) optisch ansprechend in Szene gesetzt. Großer Jubel.“ (Der Standard)


    „Dass „Supergute Tage“ im Volkstheater weder eine Krankengeschichte noch ein Sozialporno ist, wo in Richtung tränenreichen Mitleids hin manipuliert wird, verdankt man Autor und Regisseur gleicherweise: Autor ist der Brite Simon Stephens, der sonst knallharte Bühnenkost liefert. In diesem Fall hat er den Roman „The Curious Incident of the Dog in the Night-Time” dramatisiert, in dem es Autor Mark Haddon gelungen ist, klar zu machen, was in dem Kopf dieser anders strukturierten Menschen vorgeht — und dieses Erlebnis wiederholt sich im Theater. Und der junge Regisseur Matthias Kaschig balanciert die Geschichte zwischen Realität und Fremdheit bemerkenswert aus, in der seltsamen, aber immer stärker wirkenden Bühnenbildlösung von Michael Böhler und mit einem Ensemble, das sich seinen ungewöhnlichen Aufgaben in hohem Maße gewachsen zeigt. Mehr noch — im Fall von Matthias Mamedof als Christopher Boone hat man es mit einer Leistung zu tun, die stellenweise atemberaubend ist. Aber auch Annette Isabella Holzmann, Martina Stilp, Claudia Sabitzer, Patrick O. Beck und Thomas Bauer haben gleicherweise die Sensibilität und das enorme Können, das ihre Rollen ihnen abverlangten. Ein Abend von selten erlebter Dichte, vom Publikum verdient bejubelt.“ (Neues Volksblatt)

  • Fotos
    • Supergute Tage_01 © Christoph Sebastian
    • Supergute Tage_02 © Christoph Sebastian
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  • Video
    Volkstheater Wien - Supergute Tage

    © Johannes Hammel

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