VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Die Wahrheit 03

Die Wahrheit

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Die Wahrheit

Spielstätte: Haupthaus

oder Von den Vorteilen, sie zu verschweigen, und den Nachteilen, sie zu sagen

(La Vérité)
von Florian Zeller
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
Weiner/Tscherni/Kica
Premiere: 02. Oktober 2013

Spielstätte: Haupthaus

Zwei Paare Mitte 30: Michel und Laurence sind seit Jahren verheiratet, genauso wie Michels bester Freund Paul und Alice. Unterschiedliche Konstellationen: Denn wen man gleich zu Beginn gemeinsam im Bett antrifft, sind nicht die Ehepartner, sondern Michel und Alice. Sie treffen sich seit Monaten regelmäßig in einem Hotelzimmer in Paris und haben Sex. Doch Alice will mehr – zumindest ein gemeinsames Wochenende schwebt ihr vor. Und: Sie hat genug vom ewigen Lügen und Betrügen, will ihrem Mann die Wahrheit sagen – ganz im Gegensatz zu Michel. Würde das doch bedeuten, dass seine Frau von der Affäre erfährt. Alice gegenüber argumentiert er – ganz rücksichtsloser Agent der Täuschung – jedoch anders: Zunächst belüge sie Paul ja nicht, sie verschweige ihm nur etwas. Und dies tue sie zu seinem eigenen Besten, denn es wäre egoistisch, ihn nur, um ihr Gewissen zu erleichtern, mit der Wahrheit zu verletzen. Überdies sei Paul arbeitslos und würde es kaum verkraften, dass seine Frau ihn mit seinem besten Freund betrügt.
Doch es kommt anders, und fassungslos muss Michel mitansehen, wie sein kunstvoll errichtetes Lügenkonstrukt, in dem er es sich mit Frau und Geliebter so bequem eingerichtet hat, zusammenzubrechen droht. Und entsetzt muss er erkennen, dass die drei anderen sich als ihm ebenbürtige Meister des Bluffs erweisen und es mit der Wahrheit auch nicht allzu genau nehmen ...
Doppelmoral, Schein und Täuschung: Dem jungen Pariser Schriftsteller Florian Zeller – einer der erfolgreichsten französischen Bühnenautoren der jungen Generation – ist mit Die Wahrheit eine hinreißend raffinierte Komödie geglückt, gespickt mit temporeichen, zündenden Dialogen. Immer wenn man glaubt, die Wahrheit zu wissen, wird sie unvermittelt wieder auf den Kopf gestellt, so dass man sich bis zum überraschenden Schluss selber fragt, was denn nun wirklich die Wahrheit ist. Und ist sie überhaupt so erstrebenswert? Oder verhält es sich vielleicht doch so, wie Michel einmal sagt: „Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden. Und in gewisser Hinsicht wäre das das Ende der Zivilisation.“ 

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Doris Weiner
    Bühne: Martina Tscherni
    Kostüme: Aleksandra Kica
    Dramaturgie: Elisabeth Geyer 

  • Besetzung
    Michel Roman Schmelzer
    Laurence Martina Stilp
    Paul Paul Matić
    Alice Pippa Galli/Andrea Bröderbauer

  • Pressestimmen

    „Die Wahrheit“ als Mini-„Reigen“: In sieben Szenen spielen zwei Paare alle Phasen des Ehebruchs und seiner Verschleierung durch. Ein flottes Kammerspiel in den Bezirken. Der französische Dramatiker Florian Zeller (*1979) beweist, dass die leichte Pariser Komödie noch immer lebt, wie man derzeit im Volkstheater in den Bezirken sehen kann, bei seinem von Doris Weiner schnörkellos und flott inszenierten Stück „Die Wahrheit“. In sieben Szenen spielen zwei Paare alle Phasen des Ehebruchs und seiner Verschleierung durch. Das Quartett wird von Darstellern gegeben, die Charakter haben und sicher in den Pointen sind. Meist im Mittelpunkt: Roman Schmelzer als Michel, der Gattin Laurence (Martina Stilp) und den besten Freund, Paul (Paul Matić), mit dessen Frau Alice (Pippa Galli) betrügt. Die vier schaffen bei aller Liebe zur Deutlichkeit differenzierte Porträts vom Paarungsverhalten gut situierter Großstädter. Sie übertreiben den Klamauk nicht. In einem Miniatur-„Reigen“, werden Gespräche wechselnder Partner gezeigt, die vor allem offenbaren, wie schwer es ist, mit Lügen zu leben. Vor allem Michel, ein Apologet der billigen Ausrede mit Hang zur moralischen Entrüstung, ist denkbar schlecht im Verstellen. Geschickter wissen die Frauen mit partiellen Wahrheiten umzugehen, Galli wirkt selbst in kühler Berechnung charmant, während Stilp sich fast bis zum Ende geschickt in der Rolle des Opfers zeigt. Matić spielt das Rätsel Mann: Paul hält seine Karten im Verwirrspiel lange bedeckt. Für die kurzweilige Aufführung gab es großen Applaus.“ (Die Presse)


    „Ein weitverbreiteter Irrtum besagt, dass in einer guten Ehe Ehrlichkeit und Treue unabdingbar seien. Schon Voltaire hielt dagegen, dass die Lüge eine Tugend sei, wenn sie es erlaube, Leiden zu vermeiden. Dieses bekannte Apercu findet sich im Stück "Die Wahrheit" nicht zufällig prominent als Motto wider. In sieben knappen Szenen entfacht der französische Dramatiker Florian Zeller, 34, ein so kurzweiliges wie raffiniertes Spiel rund um Liebesverrat und Ehebruch. Der in Paris lebende Dramatiker und Romancier mit dem deutschen Namen gilt in Frankreich als einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Generation, im deutschsprachigen Raum ist er noch so gut wie unbekannt. Sein bislang bekanntestes Stück, "Die Wahrheit", feierte nun im Festsaal der VHS Längenfeldgasse in Wien Meidling im Rahmen der Reihe Volkstheater in den Bezirken Premiere. Bezirke-Chefin Doris Weiner inszenierte die 2011 uraufgeführte Komödie grundsolide. Das Stück spielt im Paris der Gegenwart, handelt von zwei befreundeten Paaren, Thirtysomethings, gut situiert. Am Stückanfang betrügt Michel seinen besten Freund Paul mit dessen Frau Alice. Am Ende der Aufführung weiß keiner, was man nun glauben, wem man noch vertrauen kann. Dazwischen geht es gut 90 Minuten lang um die Frage, ob die Wahrheit oder vielmehr doch die Lüge dem Eheleben zuträglicher sei. Die Sicht darauf ändert sich innerhalb jeder Szene, der Perspektivenwechsel hält die Komödie am Laufen. Auf der grauen Bühne deuten Schiebewände und ausgesuchte Requisiten die Ortswechsel an. Der gehörnte Ehebrecher ist ein altbekanntes Motiv, das der Dramatiker Zeller pointensicher variiert und das das Darstellerquartett gekonnt aufgreift: Vor allem Roman Schmelzer läuft als tragikomischer Protagonist zu Hochform auf und hat die Lacher stets auf seiner Seite. Martina Stilp überrascht als elegant-biedere Ehefrau mit Abgründen, Pippa Galli spielt eine Geliebte mit Gewissensbissen und Paul Matic macht selbst als betrogener und belogener Ehemann und Freund noch gute Figur.“ (Wiener Zeitung)
     

  • Fotos
    • Die Wahrheit 01 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 02 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 03 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 04 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 05 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 06 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 07 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 08 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 09 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 10 © Lalo Jodlbauer
    • Die Wahrheit 11 © Lalo Jodlbauer

  • Video
    Volkstheater Wien - Die Wahrheit

    © Johannes Hammel

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